
Eine der bekanntesten psychosomatischen Kliniken im deutschsprachigen Raum feiert am kommenden Wochenende ihr zehnjähriges Bestehen. Die Adula-Klinik in Oberstdorf wurde am 1. Mai 1996 eröffnet zu einer Zeit, da die Krankenkassen in großem Umfang Betten abbauten. Dementsprechend waren die Anfänge der Klinik alles andere als leicht, wie sich der Gründer Dr. Georg Reisach erinnert. Doch dann setzte sich die Qualität des schon in der Oberstaufener Hochgrat-Klinik bewährten Behandlungskonzeptes durch.
Dr. Georg Reisach, der Eigentümer der Klinik, spannte zu Beginn der Feiern einen großen politischen Bogen vom Gründungstag bis in die Gegenwart. Die Adula-Klinik, so erinnerte er sich, sei mitten in den Wirren einer vergangenen Gesundheitsreform gegründet worden.
Heute schicken sowohl private und gesetzliche Krankenkassen wie auch Rentenversicherer ihre Patienten in die Adula-Klinik. Mehr als 6000 Menschen wurden dort in den letzten zehn Jahren behandelt. Die Klinik bietet Therapien für Menschen mit stofflichen und nichtstofflichen Suchterkrankungen, Depressionen, Ess-Störungen sowie Zwangs- und Angsterkrankungen an. Auch Mobbing-Betroffene können dort Hilfe finden. Die Klinik kooperiert - auch das eine Besonderheit eng mit einem bundesweiten Netzwerk von Selbsthilfegruppen.
Immer mehr Menschen werden heutzutage aufgrund psychischer Erkrankungen arbeitsunfähig. Eine rechtzeitige fachgerechte Behandlung kann dieses Schicksal abwenden. Doch die Zahl unterversorgter Patienten ist riesig. Deshalb haben die Kostenträger die Zahl der Betten für akut erkrankte Patienten in der Adula-Klinik kürzlich vergrößert wieder entgegen dem bundesweiten Spar-Trend im Gesundheitswesen. Klinikeigner Dr. Reisach erwartet neue weitreichende Veränderungen durch die von der Bundesregierung angekündigte Große Gesundheitsreform. Er hoffe, dass durch die Reform mehr Transparenz und Vertrauen in die Gesundheitsversorgung Einzug halten werde, erklärte Dr. Reisach anlässlich des Klinik-Jubiläums.
Von Freitag bis Sonntag werden hunderte ehemaliger Patienten und Mitarbeiter in der Klinik erwartet. Sie feiern gemeinsam und tauschen Erfahrungen über ihren Lebensweg nach der Klinik aus. Einer der Höhepunkte ist am Samstag Vormittag ein Vortrag des Chefarztes Dr. Godehard Stadtmüller. Er wird zum Thema Hingabe und Selbststand sich verlieren oder sich behaupten sprechen. Zu dieser Veranstaltung sind auch Gäste aus der näheren Umgebung der Klinik herzlich willkommen.